Steffen Kern

Wort zum Tag

Gefüllte Hände

Große Ziele wollen wir erreichen:
das eigene Auto, das eigene Haus, das sichere Alter.
Weil wir so viel erreichen wollen, arbeiten wir jeden Tag.
Wir knechten für die Karre.
Wir schuften für den Schuppen.
Wir rackern für die Rente.
Unser ganzes Leben hecheln wir unseren selbst gesteckten Zielen hinterher.

Natürlich, Arbeiten ist nichts Schlechtes.
Auch viel zu arbeiten ist nichts Böses.
Aber Arbeiten ist nicht alles.

Denn das Entscheidende können wir uns nicht erarbeiten.
Das Entscheidende wird uns geschenkt: unsere Gesundheit, unser Glück, unser Leben.
Wir können es nur empfangen,
mit offenen Händen annehmen - und "Danke" sagen.

Nein, das heißt nicht: Wir legen die Hände in den Schoß.
Sicher nicht! Wir arbeiten und geben uns alle Mühe.
Aber dabei geben wir zu:
Wir haben unser Leben nicht selbst in der Hand.

Genau deshalb falten wir unsere Hände und sagen:
"Danke, Vater im Himmel, für alles, was du schenkst."

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